Mehr Kapazität für Hamburgs Bioabfälle
Die neue Rottehalle am Biogas- und Kompostwerk (BKW) Bützberg ist fertiggestellt. Damit erreicht die Stadtreinigung Hamburg (SRH) einen wichtigen Meilenstein bei der Modernisierung des Anlagenkomplexes im Norden der Stadt. Mit der Rottehalle 2 steigt die jährliche Verwertungskapazität für Bioabfälle aus den Hamburger Biotonnen auf insgesamt jährlich bis zu 90.000 Tonnen (t). Die SRH stärkt damit die Entsorgungssicherheit für die Küchen- und Gartenabfälle der Hamburger Haushalte. Zeitgleich wird die Gewinnung von Qualitätskompost und erneuerbarer Energie weiter ausgebaut.
Nach dem Richtfest im letzten Jahr ist die neue Rottehalle nun vollständig fertiggestellt. Auf einer Länge von rund 120 Metern und einer Breite von rund 30 Metern werden künftig die Gärreste aus der Biogasgewinnung zu hochwertigem Kompost weiterverarbeitet. In den 21 Fermentern entsteht zunächst Biomethan. Anschließend werden die verbleibenden Gärreste in der Rottehalle auf belüfteten Feldern kompostiert. Der sogenannte „Wendelin“, ein vollautomatisches Schaufelrad, durchmischt und belüftet das Material regelmäßig. Nach rund fünf Wochen ist aus den Gärresten hochwertiger Qualitätskompost geworden.
Mit der Erweiterung wird die bisherige Kapazität des Standorts nahezu verdoppelt. Das BKW Bützberg verarbeitet künftig bis zu 70.000 t Bioabfall aus den Hamburger Biotonnen sowie bis zu 20.000 t pflanzliche Gartenabfälle pro Jahr. Gleichzeitig verbessert die Modernisierung die Voraussetzungen, um die Anforderungen der novellierten Bioabfallverordnung einzuhalten, die unter anderem strengere Grenzwerte für Störstoffe im Bioabfall vorsieht. Ergänzend zur neuen Rottehalle wurde auch das Kompostlager erweitert und überdacht, sodass der fertige Kompost witterungsunabhängig gelagert werden kann.
Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Die Fertigstellung der neuen Rottehalle ist ein starkes Signal für die Kreislaufwirtschaft und den Klimaschutz in Hamburg. Bioabfälle sind eine wertvolle Ressource: Aus ihnen entstehen mit der Biomethanproduktion erneuerbare Energie und hochwertiger Kompost, der später CO2 bindet. Mit der erweiterten Anlage am Bützberg schaffen wir zusätzliche Kapazitäten, sichern die Entsorgung für Hamburg langfristig ab und stärken zugleich die nachhaltige Verwertung organischer Abfälle. Das ist gelebte Kreislaufwirtschaft.“
Daniela Enslein, SRH-Geschäftsführerin: „Mit der neuen Rottehalle machen wir das Biogas- und Kompostwerk Bützberg fit für die Zukunft. Die Anlage verbindet Entsorgungssicherheit, Ressourcenschutz und technische Innovation auf besondere Weise. Durch die fast verdoppelten Kapazitäten am Bützberg können wir noch mehr Bioabfälle aus Hamburg hochwertig verwerten und daraus Energie sowie Kompost gewinnen. Mein Dank gilt allen Kolleg:innen und Projektbeteiligten, die dieses anspruchsvolle Bauvorhaben mit großem Einsatz umgesetzt haben.“
Jörg Mischer, Geschäftsführer Müllverwertung Rugenberger Damm GmbH:
„Was vor mehr als 30 Jahren als Kompostwerk begann, hat sich zu einem modernen Energie- und Ressourcenstandort entwickelt. Die heutige Inbetriebnahme ist ein wichtiger Meilenstein, aber noch nicht das Ende des Projekts. Nun beginnt der Probebetrieb, in dem die Anlage unter Praxisbedingungen erprobt und weiter optimiert wird. Nach Abschluss der Probephase und Abnahme der Anlage wird die neue Rottehalle ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten und die Behandlungsmenge an organischen Abfällen deutlich steigern.“
Das Biogas- und Kompostwerk wurde im Jahr 1995 als Kompostwerk in Betrieb genommen und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Seit 2011 wird am Standort Biogas aus Hamburger Bioabfällen gewonnen. Das aufbereitete Biomethan wird in das Gasnetz eingespeist; der entstehende Kompost kann als natürlicher Dünger zur Bodenverbesserung eingesetzt werden. Zusätzlich arbeitet die SRH am Standort daran, die Biomethanproduktion durch den Einsatz von grünem Wasserstoff weiter zu steigern.




