So funktioniert der Winterdienst
Der letzte Winter dürfte allen Hamburger:innen noch bestens in Erinnerung sein. Und auch falls dieser Winter milder ausfällt, so kündigt sich die kalte Jahreszeit immer deutlicher an. Die Winterdienstzentrale der Stadtreinigung Hamburg (SRH) ist bereits seit Mitte Oktober in Bereitschaft und rechnet auch in der aktuellen Saison mit mehreren großen Rufbereitschaften, die für einige hundert Einsatzkräfte gelten werden. Bereits im September und Oktober gab es an den großen Standorten der SRH Probeläufe für den Winterdienst. Darin wurden u.a. die betrieblichen Abläufe erfolgreich simuliert und testweise auch schon einmal die Schneeräumschilde an die Fahrzeuge montiert.
Bei Winterwetter sichern die Einsatzkräfte die verkehrswichtigen Straßen, anliegerfreie Gehwege, eine ausgewähltes Radwegenetz sowie Bushaltestellen und Fußgängerüberwege. Die Kolleg:innen in der Einsatzzentrale sind noch bis Mitte April im Einsatz, sobald sich eine winterliche Witterung abzeichnet. In diesem Fall ist die Einsatzzentrale durchgehend besetzt. Die Mitarbeitenden halten Kontakt mit Polizei, HVV und Wetterdiensten und koordinieren die notwendigen Streueinsätze. (Selbstverständlich ist die Einsatzzentrale auch außerhalb dieser Zeiten bei Glättegefahr besetzt.)
Auf Grundlage der Vorhersagen der Wetterdienste und der Daten der eigenen Glättemeldeanlagen gibt die SRH spätestens mittags eine Rufbereitschaft für die Einsatzkräfte heraus. Die aktuellen Wetterprognosen können auf der SRH-Website eingesehen werden.
Bei einem Volleinsatz der SRH sind 729 Männer und Frauen im Einsatz, die mit 367 Fahrzeugen rund 4.385 Kilometer Strecke sichern (inkl. 1538 Busbuchten, ca. 4.436 Bushaltestellen und 8.364 Fußgängerüberwegen (wie „Zebrastreifen“ und deren Mittelinseln). Die einzelnen Einsatzstufen im Überblick:
Örtlich glatte Stellen sichern 15 sogenannte „Sofortruf“-Fahrer:innen auf Fahrbahnen und 10 „Sofortruf“-Fahrer:innen auf Gehwegen ohne Anlieger:innen, an Bushaltestellen und auf Radwegen. Die Meldungen kommen von der Polizei oder vom HVV.
Das 332 Kilometer lange Winterdienstnetz für den Radverkehr bearbeitet die SRH im Einsatzfall mindestens einmal (räumen und streuen), bei länger anhaltender winterlicher Witterung wird die Bearbeitung je nach Bedarf wiederholt. Dafür werden – je nach Lage der Radwege – feinkörnigen Kies oder Feuchtsalz genutzt, das mit 36 Einsatzfahrzeugen ausgebracht wird.
Die SRH sichert rund 660 Kilometer Gehwegstrecke ohne Anlieger:innen mit feinkörnigem Kies, z.B. Gehwege auf Brücken und Gehwegverbindungen zu Haltestellen von Bussen und Bahnen. 60 Fahrer: innen bearbeiten die Strecken maschinell mit kleinen Streufahrzeugen und gut 252 Einsatzkräften manuell.
90 Einsatzkräfte sichern mit ebenso vielen Fahrzeugen die wichtigen Hauptverkehrsstraßen und Strecken mit Buslinienverkehr (2787 km) sowie 1.538 Busbuchten mit Feuchtsalz und danach die Verbindungsstrecken zwischen diesen Straßen (606 km). 291 Einsatzkräfte beseitigen mit 97 Fahrzeugen Eis und Schnee auf knapp 8.400 Fußgängerüberwegen („Zebrastreifen“ sowie unmittelbare Umgebung mit Mittelinseln) manuell mit Schneeschiebern und mit einem Kies-Salz-Gemisch.
Schnee und Eis auf Gehwegen müssen in Hamburg die Anlieger:innen entfernen: Schnee sofort nach Ende des Schneefalls, Glätte sofort nach Eintritt (mind. 1 m breit, bei starker Frequenz mehr, bei Eckgrundstücken bis zur Bordsteinkante). Nach 20 Uhr haben sie Zeit bis morgens um 8.30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 9.30 Uhr. Auf Gehwegen dürfen keine Tausalze verwendet werden, nur abstumpfende Stoffe. Infos über die Pflichten der Anlieger:innen stehen unter http://www.hamburg.de/winterdienst.




