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Umweltbildung

Neue Daueraustellung

Abfall im Wandel - Ein Berg erzählt Veränderung

Wie aus einem Müllberg ein Ort für Bildung, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit wurde

Vom Müllberg zum Lernort

Einst Hamburgs umstrittenste Deponie ist der Energieberg heute ein Lernort für alle. Kaum ein anderer Ort Hamburgs macht so anschaulich sichtbar, welche Folgen menschliche Fehlentscheidungen im Umgang mit Abfällen auf zukünftige Generationen haben können – und welches Potential in gemeinsam gestalteten Transformationsprozessen steckt. 

Unsere neue Ausstellung macht diesen Wandel erlebbar. Sie verbindet ihn mit heutigen Herausforderungen im Umgang mit Abfällen und zeigt gesellschaftliche wie individuelle Handlungsmöglichkeiten auf. 

 

Die neue Ausstellung mit dem etwas anderen Blick auf Abfall

Die Ausstellung ist als thematische Entdeckungsreise angelegt. Sie beginnt bei der Deponierung von Schutt, Haus- und Sondermüll und verfolgt die Geschichte des Ortes über den Dioxinskandal und die Sicherung und Sanierung des Ortes bis zur deren Öffnung für Besuchende im Rahmen der internationalen Bauausstellung im Jahr 2007. Dabei wird der grundlegende Wandel beim Umgang mit Abfällen sichtbar – von der Deponierung hin zur stofflichen und thermischen Verwertung. Die Besuchenden erfahren, vor welchen Herausforderungen die Kreislaufwirtschaft heute steht und welche gesellschaftlichen und Individuellen Handlungsspielräume sich daraus ergeben.

Eine interaktive Ausstellung zum Anfassen  

Eine zentrale Videoprojektion wirft einen Blick unter die grüne Oberfläche des heutigen Energieberges und macht die Deponie Georgswerder sichtbar. An den Wänden geben historische Bilder, persönliche O-Töne und Originalobjekte Einblicke in die verschiedenen Epochen des Ortes. In der Gegenwart angekommen, entdecken die Besucher:innen an interaktiven Modellen und Spielen, was ein bewusster Umgang mit Abfall und Ressourcen im Alltag bedeuten kann. Digitale Medienstationen laden darüber hinaus dazu ein, einzelne Themengebiete nach eigenem Interesse zu vertiefen. Für Kinder wird die Ausstellung von den Figuren „Georg - der Müllberg“, „Momo - die Möwe“ und „Binni - der Mülleimer“ begleitet. Comics, Videos, Hörstationen, Puzzle und Spiele laden zum Ausprobieren ein, sprechen die Sinne an und sorgen für Abwechslung.   

Eine Reise unter die Oberfläche

Die Besucher:innen tauchen ein in eine verborgene Welt. Was passiert(e) mit Abfällen, nachdem sie in der Tonne landen? Mit der Ausstellung wird der Schleier gehoben und macht sichtbar, was unter der Oberfläche verborgen liegt. Sie offenbart die Folgen eines sorglosen und unsachgemäßen Umgangs mit Abfall und wie diese den Blick auf Abfälle verändert haben. Dieser neue Blick macht Mut und zeigt wie gesellschaftliches Umdenken, technischer Fortschritt und gemeinsames Handeln Wandel möglich machen. 

Ein Ort der Transformation

Die Geschichte des Energiebergs ist die Geschichte eines außergewöhnlichen Wandels. Aus einem Deponiestandort wurde ein öffentlicher Lernort, der heute für Umweltbildung, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Entwicklung steht. Die wichtigsten Stationen dieser Entwicklung finden Sie hier im Überblick.

Wo heute die Deponie Georgswerder steht, lag früher eine feuchte Marschwiese am Rand Hamburgs. Ab 1948 wurde hier Trümmerschutt abgelagert, später folgten Haus- und Sperrmüll.  
In den 1960er- und 1970er-Jahren war Georgswerder die zentrale Abfallbeseitigungsanlage der Stadt. Bis 1979 entstand ein Hügel aus rund 14 Millionen Kubikmetern Haus- und Sperrmüll, Bauschutt, Bodenmaterial und Sondermüll. Durch Setzungen und mikrobielle Zersetzung hat sich das Volumen bis heute auf etwa sieben Millionen Kubikmeter reduziert. Der Berg zeigt, wie aus scheinbar gelösten Abfallproblemen eine dauerhafte Umweltaufgabe werden kann. 

Zwischen 1967 und 1974 diente Georgswerder als zentrale Sonderabfalldeponie für die Hamburger Industrie. Rund 200.000 Tonnen Industrieabfälle – darunter Chlorkohlenwasserstoffe, Lösungsmittel und Ölrückstände – wurden in Becken und Fasslagern eingebracht. Die ersten Becken hatten noch keine Abdichtung. Später errichtete Becken wurden mit Kunststofffolien ausgekleidet. Flüssigabfälle wurden direkt aus Tankwagen eingefüllt und mit Hausmüll überschichtet. In vier separaten Lagern wurden rund 150 000 Fässer abgelagert. Die Verfahren entsprachen dem damaligen Stand der Technik, doch ihre Folgen zeigten sich erst Jahre später.  

1983 wurde am Fuß der Deponie in dem austretenden Sickerwasser eine ölige Flüssigkeit entdeckt. Später stellte sich heraus: Sie enthielt das hochgiftige Dioxin. Die Nachricht sorgte bundesweit für Aufsehen. In Hamburg formierten sich Bürgerproteste. Die Deponie rückte ins öffentliche Blickfeld und mit ihr die Frage: Was lagert hier eigentlich? Die Entdeckung löste politische Reaktionen aus. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss nahm die Arbeit auf, frühere Entscheidungen wurden kritisch geprüft. Rückblickend zeigt sich: Die Risiken waren unterschätzt worden. Der Skandal wurde zum Wendepunkt der Hamburger Umweltpolitik. Sicherung und Überwachung: 1985 bis heute 

Nach dem Fund von Dioxin war klar: Die Deponie musste dauerhaft gesichert werden. Eindringendes Regenwasser konnte Schadstoffe aus dem Müll ins Grundwasser spülen. Ein vollständiger Abtrag war nicht möglich, stattdessen wurde der Müllberg technisch abgedichtet. Er erhielt eine „Kappe“ aus Kunststofffolien, Drainageschichten und Erde. Diese Schichten halten Regenwasser ab und fangen gleichzeitig das Deponiegas auf, das bei der Zersetzung organischer Abfälle entsteht und etwa zur Hälfte aus Methan besteht. Rohre leiten das Gas ab, das Sickerwasser wird gesammelt und gereinigt. Bis heute wird das komplexe System überwacht – ein Beispiel für den langen Atem technischer Umweltkontrolle. 

Im Zuge der Internationalen Bauausstellung, die von 2007 bis 2013 dem Stadtteil Wilhelmsburg neue Impulse gab, wurde der Wunsch der Bevölkerung nach Öffnung des Geländes erfüllt. Windkraftanlagen, Informationszentrum und Horizontweg wurden gebaut und der Ort in Energieberg umbenannt.

Heute ist der Energieberg ein Lern- und Erlebnisort mit verschiedenen pädagogischen Angeboten und Veranstaltungen. Neben öffentlichen und privaten Führungen für Firmen, Vereine und Organisationen gibt es Exkursionen und Workshops für Schulklassen allen Alters. Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm rundet das Bild ab.

Der Energieberg in Daten und Fakten für das Jahr 2025

16.552 Besuchende

3.419 Personen in Führungen

11 Veranstaltungen

Abfall als Spiegel der Gesellschaft - Lernen als Motor für Veränderung

Der Umgang mit Abfällen ist ein Spiegel der Gesellschaft. Er zeigt, wie wir Natur und ihre Ressourcen wahrnehmen, Verantwortung übernehmen und Lösungen für Herausforderungen finden. Ohne Ressourcenschonung, Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften ist unsere Gesellschaft nicht zukunftsfähig. 

Wir wollen dazu beitragen, dass Menschen die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und natürlicher Umwelt verstehen. Als Lernbegleiter:innen unterstützen wir dabei, Ideen für eine lebenswerte Zukunft mit weniger Abfällen zu entwickeln. Die Ausstellung bildet dabei das Herzstück vieler unserer Bildungsangebote.

In unseren Angeboten können die Lernenden selbst aktiv werden. Wir ermutigen sie, ihre eigenen Wertevorstellungen zu hinterfragen und eröffnen Raum für Perspektivenwechsel. Wir begleiten die Lernenden dabei, gängige Konsum-, Produktions- und Entsorgungspraktiken zu reflektieren und Gestaltungsspielräume aufzudecken. Dabei machen wir zentrale Zukunftsfragen rund um Abfall, Ressourcen und Kreislaufwirtschaft greifbar: Was hat mein Konsum mit schwindenden Ressourcen und wachsenden Müllmengen zu tun? Was ist die Rolle der Industrie und Entsorgung in einer Kreislaufwirtschaft?

 

Zeitzeug:innen-Projekt

„Erlebbare Geschichte am Energieberg – Zeitzeug:innen im Mittelpunkt“

Erleben Sie eindrucksvolle Portraitaufnahmen und Interviews, die persönliche Einblicke in vergangene Zeiten geben und neue Perspektiven auf die Geschichte des Ortes eröffnen. Auszubildende der Beruflichen Schule für Medien und Kommunikation (BMK) sowie Studierende der Universität Hamburg, Fakultät für Medienwissenschaften, sind in den engen Austausch mit Zeitzeug:innen gegangen. Wir laden Sie herzlich dazu ein, sich diesem Kapitel der Hamburger Stadtgeschichte zu nähern.
Im Nebenraum unseres Ausstellungsgebäudes präsentieren wir Ihnen die Ergebnisse aus diesem Projekt. Gefördert von sechs museumsfördernden Stiftungen im Rahmen der Initiative #seeyouagain

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Team Energieberg

Wir sind ein interdisziplinäres Team und gestalten Bildungsangebote rund um Abfall, Ressourcen und Kreislaufwirtschaft

Unsere Arbeit basiert auf Bildung für nachhaltige Entwicklung: Wir vermitteln nicht nur Wissen, sondern fördern kritisches Denken, Perspektivwechsel und eigenständiges Handeln. Dabei orientieren wir uns an den Lebenswelten der Lernenden und entwickeln unsere Angebote kontinuierlich weiter. Als zertifizierter Akteur im nun-Netzwerk und Teil eines hamburgweiten Bildungsnetzwerks engagieren wir uns für eine zukunftsfähige Bildungslandschaft.

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Kontakt & Öffnungszeiten

Telefon: (040) 2576-1080
energieberg@stadtreinigung.hamburg

INFORMATIONSZENTRUM & GELÄNDE:
1. April – 31. Oktober
Mo – Fr: 09:00 – 17:00 Uhr,
Sa+So: 12:00 - 16:00 Uhr,
letzter Einlass jeweils 30 Minuten vor Schließung
Feiertags geschlossen (mit Ausnahme von Veranstaltungstagen)
Eintritt: kostenlos

Wichtiger Hinweis: Bei Gewitter ist der Zugang zum Horizontweg für alle Besuchenden gesperrt.

Adresse und Anfahrt:

Energieberg Georgswerder
Fiskalische Straße 2
21109 Hamburg


Mit Bus und Bahn erreichen Sie den Energieberg und das Informationszentrum wie folgt: Buslinie 154 alle 20 Minuten ab den Bahnhöfen Berliner Tor, Wilhelmsburg oder Harburg, Haltestelle "Fiskalische Straße (Energieberg)". Zu Fuß entlang der Fiskalische Straße, an der Gabelung rechts abbiegen, durch das Tor am Energieberg Georgswerder, rechts halten und bis zum Informationszentrum.

Anfahrt mit dem Auto: Es stehen Parkplätze in begrenzter Anzahl zur Verfügung.

Barrierefreiheit & Fahrräder:

Barrierefreiheit:
Der Energieberg verfügt über ausgewiesene Behindertenparkplätze sowie eine barrierefreie Toilette im Ausstellungsgebäude. Der Weg zum Horizontweg ist barrierefrei gestaltet (angepasste Steigung, Ruhebereiche).

Fahrräder:
Fahrradständer und eine Fahrradsäule mit Werkzeug und Luftpumpe sind vorhanden.
Fahrräder sind auf dem Gelände erlaubt, jedoch nicht im oberen Bereich des Energiebergs

Contact & Opening Hours

Phone: (040) 2576-1080
energieberg@stadtreinigung.hamburg

INFORMATION CENTER & GROUNDS:
1 April – 31 October
Mon–Fri: 9:00 a.m.–5:00 p.m.,
Sat & Sun: 12:00 p.m.–4:00 p.m.,
last admission 30 minutes before closing
Closed on holidays (except on event days)
Admission: free

Important notice: In the event of thunderstorms, access to the Horizon Path is closed to all visitors.

Adress:

Energieberg Georgswerder
Fiskalische Straße 2
21109 Hamburg


You can reach the Energy Hill and the information center by bus and train as follows: Bus line 154 runs every 20 minutes from the Berliner Tor, Wilhelmsburg, or Harburg train stations to the "Fiskalische Straße (Energieberg)" stop. Walk along Fiskalische Straße, stay on the right side, go through the gate at Energy Hill Georgswerder, continue to the information center.

By car: Limited parking is currently available.

Accessibility & Bicycles:

Accessibility:
The Energieberg offers designated accessible parking spaces as well as an accessible restroom in the exhibition building. 
The path leading to the Horizontweg is designed to be barrier-free (with adjusted gradients and rest areas).

Bicycles:
Bicycle racks and a repair station with tools and an air pump are available.
Bicycles are allowed on the grounds, but not in the upper area of the Energy Hill.

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