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Klimaschutzkonzept

Wie wir Klimaneutralität erreichen wollen

Ein klarer Plan ist entscheidend: Eine fundierte Klimabilanz als Grundlage, definierte Zwischenziele und wirksame Dekarbonisierungshebel, die durch konkrete Maßnahmen umgesetzt werden.

Unser Ziel: Klimaneutralität bis 2035

Wir haben uns vorgenommen, die bilanzielle Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 zu erreichen. Wie wollen wir das schaffen? Indem wir 90 Prozent unserer gesamten Emissionen vermeiden und die verbleibenden 10 Prozent gezielt neutralisieren. Dabei betrachten wir die Scopes 1, 2 und 3:

  • Scope-1-Emissionen
    Scope-1-Emissionen sind direkte Emissionen, die in Prozessen innerhalb des Unternehmens entstehen, bspw. durch den Verbrennungsprozess des Abfalls, beim Heizen oder im Fuhrpark.
  • Scope-2-Emissionen
    Scope-2-Emissionen sind indirekte Emissionen aus dem Bezug von Energie von anderen Unternehmen, bspw. Strom oder Fernwärme.
  • Scope-3-Emissionen
    Scope-3-Emissionen sind indirekte Emissionen, welche durch vor- und nachgelagerte Aktivitäten außerhalb des eigenen Unternehmens entstehen, bspw. in der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen oder bei der Anfahrt der Mitarbeitenden.

Unseren Weg haben wir grafisch dargestellt, um die zentralen Hebel zum Erreichen der Klimaneutralität zu verdeutlichen.

In Scope 1 fallen unsere thermischen Abfallverwertungsanlagen, die einen Großteil unserer Gesamtemissionen ausmachen. Für die MVR planen wir die CO2-Abscheidung für das Jahr 2031, für das ZRE für 2035. Parallel wollen wir unsere Emissionen im Fuhrpark, bei den Gebäuden und in der Lieferkette (Scopes 1-3) sukzessive reduzieren.

Alle Ziele und Maßnahmen haben wir in unserem Klimaschutzkonzept festgeschrieben, das wir jährlich überprüfen und fortschreiben.

Wichtige Grundlage: Die Klimabilanz

Die Klimabilanz bildet die Grundlage unseres Klimaschutzkonzepts. Sie zeigt, wie viele Treibhausgasemissionen wir jährlich in den Scopes 1, 2 und 3 verursachen. Die Klimabilanz haben wir erstmals 2021 rückblickend für die Jahre 2012 bis 2020 aufgestellt. Seitdem wird sie jährlich fortgeschrieben. 

Für die Klimaziele gilt das Jahr 2023 als Basisjahr und somit als Vergleichswert, da es dort keine ungewöhnlichen Effekte wie in den Vorjahren, bspw. durch die Corona-Pandemie, gab. 

Die Berechnung erfolgt nach dem international anerkannten Standard des Greenhouse Gas Protocols (GHG Protocol). Dabei berücksichtigen wir die direkten und indirekten Emissionen der Stadtreinigung Hamburg aus Scope 1 und Scope 2 sowie die als wesentlich eingestuften Emissionen aus Scope 3. Die Klimabilanz umfasst somit sowohl die Emissionen, die bei uns selbst anfallen, als auch jene in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. 

Die aktuellen Werte der Treibhausgasemissionen sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

Basisjahr 2023

Berichtsjahr 2024

Scope 1

269.242 t CO₂e

292.577 t CO₂e

Scope 2 (marktbezogen)

8.487 t CO₂e

538 t CO₂e

Scope 3

93.367 t CO₂e

94.742 t CO₂e

Gesamt

371.097 t CO₂e

387.858 t CO₂e

Die Treibhausgasemissionen in Scope 1 hängen maßgeblich von der thermisch verwerteten Abfallmenge ab, die die Stadtreinigung Hamburg und andere Unternehmen in die Anlagen liefern. Trotz sinkender Restmüllmengen aus unserer Sammlung wurde 2024 mehr Abfall verwertet als im Basisjahr.

Unsere Dekarbonisierungshebel

Damit wir unser Ziel tatsächlich erreichen können, haben wir aus den Ergebnissen der Klimabilanz die größten Treiber für die Treibhausgasemissionen ermittelt. Aus diesen haben wir Cluster gebildet: unsere Dekarbonisierungshebel. Für jeden Dekarbonisierungshebel prüfen wir sinnvolle Maßnahmen, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, und setzen diese um:

Der größte Dekarbonisierungshebel der Stadtreinigung Hamburg ist die Reduktion der Treibhausgasemissionen bei den Abfallverwertungsanlagen. Die Klimabilanz des SRH-Konzerns zeigt, dass circa 75 Prozent der konzernweiten fossilen CO2-Emissionen auf die thermische Abfallverwertungsanlagen zurückzuführen sind. Die unvermeidbaren CO2-Emissionen aus der eigenen thermischen Abfallverwertung sollen zukünftig mithilfe einer CO2-Abscheidung dauerhaft gebunden und gespeichert (CCS) und/oder genutzt werden (CCU). 

Bei der Verbrennung von Abfall entstehen sowohl biogene als auch fossile CO2-Emissionen. Zur Zielerreichung der Klimaneutralität bedarf es einer Abscheidung der fossilen CO2-Emissionen. Durch die zusätzliche Abscheidung und Speicherung der biogenen CO2-Emissionen können sogenannte Negativemissionen zum Ausgleich von möglichen fossilen Restemissionen erzeugt werden.

Mit diesem Dekarbonisierungshebel sollen ca. 230.000 t CO₂-Emissionen in den Scopes 1 und 3 vermieden werden.

Zur Erreichung der Klimaziele soll der Einsatz fossiler Brennstoffe schrittweise durch elektrische Lösungen auf Basis von Ökostrom ersetzt werden. Dies betrifft insbesondere die Fahrzeugflotte, die der drittgrößte CO₂-Emittent der Stadtreinigung Hamburg ist. Die Umrüstung erfolgt sukzessive: Bereits über 80 Prozent der Pkw-Flotte sind elektrisch.

Mit diesem Dekarbonisierungshebel sollen ca. 15.000 t CO₂e-Emissionen im Scope 1 vermieden werden.

Der Anteil des Gebäudebestands und der Liegenschaften an den Gesamtemissionen ist im Vergleich zu den anderen Dekarbonisierungshebeln zwar geringer, doch auch hier wollen wir den Ressourcenverbrauch und die entstehenden Emissionen begrenzen. Der Gebäudebestand der SRH soll bis 2035 umfangreich energetisch saniert werden. Neubauten sollen mindestens im Effizienzgebäude-40-Standard (EG-40) errichtet werden. Um den Energieverbrauch bestmöglich zu reduzieren, arbeiten wir zudem an der Optimierung von Prozessen und Technologien. Dies geschieht beispielsweise durch die Digitalisierung der Wärmebereitstellung in Gebäuden.

Mit diesem Dekarbonisierungshebel sollen ca. 1.000 t CO₂e-Emissionen in Scope 1 vermieden werden.

Fossile Energieträger sollen durch CO2-arme Technologien ersetzt werden, damit wir den Anteil erneuerbarer Energien kontinuierlich steigern. Dazu gehören die Installation von Photovoltaikanlagen und die Nutzung von Ökostrom. Daher errichten und modernisieren wir fortlaufend Photovoltaikanlagen auf unseren Liegenschaften.

Mit diesem Dekarbonisierungshebel sollen ca. 25.000 t CO₂e-Emissionen in den Scopes 1 und 2 vermieden werden.

Eingekaufte Waren und Dienstleistungen sind nach den thermischen Abfallverwertungsanlagen unser zweitgrößter Verursacher von Treibhausgasemissionen. Die Stadtreinigung Hamburg hat dazu im Jahr 2024 eine Reduktionsstrategie in Form einer Roadmap entwickelt. Hieraus werden derzeit individuelle Strategien zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks auf Warengruppen- und Lieferantenebene und konkrete Maßnahmen entwickelt. 

Für diesen Dekarbonisierungshebel können wir daher erst nach der Analysephase konkrete Angaben zur Einsparung der CO₂e-Emissionen machen.

Unvermeidbare Restemissionen, beispielsweise in der Lieferkette, können durch technische Senken wie CCS/CCU von biogenem CO2 und/oder durch die CO2-Bindung in natürlichen Senken wie Mooren neutralisiert werden. 

Zum Erreichen der Klimaneutralität ist vorrangig die Abscheidung des fossilen CO₂-Anteils mit anschließender dauerhafter Speicherung oder Bindung erforderlich. Darüber hinaus bietet die Bindung biogener Emissionen aus der Abfallverwertung die Chance auf Negativemissionen. Die rechtliche Bewertung für die Anrechnung der Negativemissionen ist derzeit allerdings noch nicht abschließend geklärt.

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