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Klimaschutzkonzept

Wie wir unsere Treibhausgasemissionen reduzieren wollen

Ein klarer Plan ist entscheidend: Eine fundierte Klimabilanz als Grundlage, definierte Zwischenziele und wirksame Dekarbonisierungshebel, die durch konkrete Maßnahmen umgesetzt werden.

Unser Beitrag zur Hamburger Klimastrategie

Die Freie und Hansestadt Hamburg hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 Netto-Null-Emissionen zu erreichen und fordert diese Umsetzung ebenfalls von den öffentlichen Unternehmen. Wie wollen wir die Vorgaben der Stadt umsetzen? Indem wir 90 Prozent unserer gesamten Emissionen vermeiden und die verbleibenden 10 Prozent im Vergleich zum Jahr 2023 gezielt neutralisieren. Dabei betrachten wir die Scopes 1, 2 und 3:

  • Scope-1-Emissionen
    Scope-1-Emissionen sind direkte Emissionen, die in Prozessen innerhalb des Unternehmens entstehen, bspw. durch den Verbrennungsprozess des Abfalls, beim Heizen oder im Fuhrpark.
  • Scope-2-Emissionen
    Scope-2-Emissionen sind indirekte Emissionen aus dem Bezug von Energie von anderen Unternehmen, bspw. Strom oder Fernwärme.
  • Scope-3-Emissionen
    Scope-3-Emissionen sind indirekte Emissionen, welche durch vor- und nachgelagerte Aktivitäten außerhalb des eigenen Unternehmens entstehen, bspw. in der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen oder bei der Anfahrt der Mitarbeitenden.

Wichtige Grundlage: Die Klimabilanz

Die Klimabilanz bildet die Grundlage unseres Klimaschutzkonzepts. Sie zeigt, wie viele Treibhausgasemissionen wir jährlich in den Scopes 1, 2 und 3 verursachen. Die Klimabilanz haben wir erstmals 2021 rückblickend für die Jahre 2012 bis 2020 aufgestellt. Seitdem wird sie jährlich fortgeschrieben. 

Für uns gilt das Jahr 2023 als Basisjahr und somit als Vergleichswert, da es dort keine ungewöhnlichen Effekte wie in den Vorjahren, bspw. durch die Corona-Pandemie, gab. 

Die Berechnung erfolgt nach dem international anerkannten Standard des Greenhouse Gas Protocols (GHG Protocol). Dabei berücksichtigen wir die direkten und indirekten Emissionen der Stadtreinigung Hamburg aus Scope 1 und Scope 2 sowie die als wesentlich eingestuften Emissionen aus Scope 3. Die Klimabilanz umfasst somit sowohl die Emissionen, die bei uns selbst anfallen, als auch jene in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. 

Die aktuellen Werte der Treibhausgasemissionen sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

Basisjahr 2023

Berichtsjahr 2024

Scope 1

269.242 t CO₂e

292.577 t CO₂e

Scope 2 (marktbezogen)

8.487 t CO₂e

538 t CO₂e

Scope 3

93.367 t CO₂e

94.742 t CO₂e

Gesamt

371.097 t CO₂e

387.858 t CO₂e

Die Treibhausgasemissionen in Scope 1 hängen maßgeblich von der thermisch verwerteten Abfallmenge ab, die die Stadtreinigung Hamburg und andere Unternehmen in die Anlagen liefern. Trotz sinkender Restmüllmengen aus unserer Sammlung wurde 2024 mehr Abfall verwertet als im Basisjahr.

Unsere Dekarbonisierungshebel

Damit wir zum städtischen Ziel beitragen können, haben wir aus den Ergebnissen der Klimabilanz die größten Treiber für die Treibhausgasemissionen ermittelt. Aus diesen haben wir Cluster gebildet: unsere Dekarbonisierungshebel. Für jeden Dekarbonisierungshebel prüfen wir sinnvolle Maßnahmen, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren:

Der größte Dekarbonisierungshebel der Stadtreinigung Hamburg ist die Reduktion der Treibhausgasemissionen bei den Abfallverwertungsanlagen. Die Klimabilanz des SRH-Konzerns zeigt, dass circa 75 Prozent der konzernweiten fossilen CO2-Emissionen auf die thermische Abfallverwertungsanlagen zurückzuführen sind. Für die unvermeidbaren CO2-Emissionen aus der eigenen thermischen Abfallverwertung prüfen wir die Möglichkeit, die Emissionen mithilfe einer CO2-Abscheidung dauerhaft zu binden und zu speichern (CCS) und/oder zu nutzen (CCU).

Bei der Verbrennung von Abfall entstehen sowohl biogene als auch fossile CO2-Emissionen. Zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen bedarf es einer Abscheidung der fossilen CO2-Emissionen. Durch die zusätzliche Abscheidung und Speicherung der biogenen CO2-Emissionen könnten sogenannte Negativemissionen zum Ausgleich von möglichen fossilen Restemissionen erzeugt werden.

Mit diesem Dekarbonisierungshebel sollen ca. 230.000 t CO2-Emissionen in den Scopes 1 und 3 vermieden werden.

Zur Reduktion der Treibhausgasemissionen soll der Einsatz fossiler Brennstoffe schrittweise durch elektrische Lösungen auf Basis von Ökostrom ersetzt werden. Dies betrifft insbesondere die Fahrzeugflotte, die der drittgrößte CO₂-Emittent der Stadtreinigung Hamburg ist. Die Umrüstung erfolgt sukzessive: Bereits über 80 Prozent der Pkw-Flotte sind elektrisch.

Mit diesem Dekarbonisierungshebel sollen ca. 15.000 t CO₂e-Emissionen im Scope 1 vermieden werden.

Der Anteil des Gebäudebestands und der Liegenschaften an den Gesamtemissionen ist im Vergleich zu den anderen Dekarbonisierungshebeln zwar geringer, doch auch hier wollen wir den Ressourcenverbrauch und die entstehenden Emissionen begrenzen. Der Gebäudebestand der SRH soll bis 2035 umfangreich energetisch saniert werden. Neubauten sollen mindestens im Effizienzgebäude-40-Standard (EG-40) errichtet werden. Um den Energieverbrauch bestmöglich zu reduzieren, arbeiten wir zudem an der Optimierung von Prozessen und Technologien. Dies geschieht beispielsweise durch die Digitalisierung der Wärmebereitstellung in Gebäuden.

Mit diesem Dekarbonisierungshebel sollen ca. 1.000 t CO₂e-Emissionen in Scope 1 vermieden werden.

Fossile Energieträger sollen durch erneuerbare Energien ersetzt werden, damit wir diesen Anteil kontinuierlich steigern. Dazu gehören die Installation von Photovoltaikanlagen und die Nutzung von Ökostrom. Daher errichten und modernisieren wir fortlaufend Photovoltaikanlagen auf unseren Liegenschaften.

Mit diesem Dekarbonisierungshebel sollen ca. 25.000 t CO₂e-Emissionen in den Scopes 1 und 2 vermieden werden.

Eingekaufte Waren und Dienstleistungen sind nach den thermischen Abfallverwertungsanlagen unser zweitgrößter Verursacher von Treibhausgasemissionen. Die Stadtreinigung Hamburg hat dazu im Jahr 2024 eine Reduktionsstrategie in Form einer Roadmap entwickelt. Hieraus werden derzeit individuelle Strategien zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks auf Warengruppen- und Lieferantenebene und konkrete Maßnahmen entwickelt. 

Für diesen Dekarbonisierungshebel können wir daher erst nach der Analysephase konkrete Angaben zur Einsparung der CO₂e-Emissionen machen.

Unvermeidbare Restemissionen, beispielsweise in der Lieferkette, könnten durch technische Senken wie CCS/CCU von biogenem CO2 und/oder durch die CO2-Bindung in natürlichen Senken neutralisiert werden. 

Zum Erreichen der städtischen Zielvorgaben von Netto-Null-Emissionen bis 2040 ist vorrangig die Abscheidung des fossilen CO2-Anteils mit anschließender dauerhafter Speicherung oder Bindung erforderlich. Darüber hinaus bietet die Bindung biogener Emissionen aus der Abfallverwertung die Chance auf Negativemissionen, die verbleibende Restemissionen ausgleichen könnten. Die rechtliche Bewertung für die Anrechnung der Negativemissionen ist derzeit allerdings noch nicht abschließend geklärt.
 

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